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MoPäd besteht seit 40 Jahren .

Mehr als 100 Gäste kamen zur Feierstunde


Die Mobile Frühförderung MoPäd feierte kürzlich ihr 40jähriges Jubiläum im Europahaus in Aurich. Bei ihrer Gründung 1978 war MoPäd die erste Einrichtung dieser Art in Ostfriesland. Heute gehören neun pädagogische Mitarbeiterinnen, ein beratender Kinderarzt und eine Teamassistenz dazu.

So hob Joanna Hinrichs, Geschäftsführerin der LEiLA-GmbH die Vorreiterrolle und die Wichtigkeit einer heilpädagogischen Frühförderung hervor. Kinder, die von einer Behinderung oder deutlichen Entwicklungsverzögerung betroffen oder bedroht sind, werden von den MoPäd-Mitarbeiterinnen fachkompetent im häuslichen Umfeld in der Regel einmal wöchentlich gefördert und begleitet. Derzeit sind es etwa 80 Kinder und ihre Familien.

Die beiden Leiterinnen von MoPäd, Barbara Lorenz und Bettina Hoppe machten in ihren Beiträgen deutlich, dass sich Kinder im weiteren Leben umso besser entwickeln, je früher man in der Kindheit Behinderungen Förderung anbietet. Besonders wichtig sei dabei die enge und vernetzte Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure im familiären Umfeld wie z.B. Erzieherinnen, Ärzte, Familienhelferinnen und Psychologen.

Die Eltern werden in den Frühförderstunden aktiv miteinbezogen und erfahren praktische Unterstützung im Alltag mit ihren Kindern. Das konnte auch Sylvia Hinrichs bestätigen, die als betroffene Mutter über die Zusammenarbeit mit MoPäd nur Positives zu berichten wusste. So machte sie in ihrem sehr anschaulichen Erfahrungsbericht deutlich: „Es ist unglaublich, welche Fortschritte unser Kind in einem Jahr Frühförderung erreichen konnte.“

In ihrem Fachvortrag „Kleine Schritte, große Veränderungen - Frühförderung mittendrin", stellte Prof. Dr. Andrea Caby, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums Papenburg sowie Dozentin an der Medical School Hamburg noch einmal heraus, wie wichtig und effektiv eine frühe Entwicklungsförderung ist. Mit Verweis auf internationale Studien sagte sie, dass die Investition in eine Förderung insbesondere in den ersten Kindheitsjahren gesellschaftlich und volkswirtschaftlich enorme Kosten einspare. Dabei erwähnte sie auch die veränderten Rahmenbedingungen, die heute die Entwicklung von Kindern prägen: Die alten Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln seien längst im Griff, „neue Kinderkrankheiten wie ADHS, das Zappelphilipp-Syndrom und deutliche Sprachentwicklungsverzögerungen bei mittlerweile ca. 10% der Kinder stellen uns vor enorme Herausforderungen“. Niedrigschwellige Frühförder- und Beratungsarbeit kann hier effektiv ansetzen.

Musikalisch gestaltet wurde der Abend durch die Auricher Band „Adenalin“, die alle Gäste mit ihren Songs begeisterten. Bei Fingerfood, Getränken und intensivem „Netzwerken“ klang das gelungene Jubiläum dann gemütlich aus.